Informationen rund um die Schafwolle

Als das römische Imperium im 1. Jahrhundert n. Ch. das Königreich der Daker eroberte, also vor rund 2000 Jahren, zogen bereits Schäfer mit ihren Herden durch die Landschaft Siebenbürgens, das zu dieser Zeit natürlich noch nicht diesen Namen trug. Es ist noch heute eine Landschaft, wie sie im übrigen Europa schon lange nicht mehr zu finden ist. Eine Kulturlandschaft mit einer intakten, traditionellen Landwirtschaft, für deren Bewohner Begriffe wie biologischer Anbau und Zucht völlig fremd sind, weil sie schon immer „Bio“ waren und sind.

Ab dem 12. Jahrhundert begann die Besiedlung der Gegend mit Menschen aus der Gegend des Mittelrheins, der Mosel, aus Köln, Lüttich und Trier. Erstmals entstand der Begriff der „Siebenbürger Sachsen“, wobei das heutige deutsche Bundesland Sachsen damit nichts zu tun hatte. Das siebenbürgische Sachsen leitete sich aus dem lateinischen Saxonia ab, was nichts anderes als „westlich“ bedeutet. Die Menschen aus dem Westen bauten ihr neues Siedlungsgebiet auf und so entstanden Städte und Dörfer wie Kronstadt, Mühlbach, Klausenburg und natürlich Hermannstadt, die wirtschaftliche Metropole Rumäniens. Hermannstadt oder Sibiu besaß schon im Mittelalter eine enorm hohe Bedeutung als Umschlagsplatz von Waren und prosperiert heute wieder wie kaum eine andere Stadt nicht nur in Rumänien, sondern auch im Vergleich mit anderen europäischen Städten. Eine Arbeitslosenrate von unter 3 % ist nicht zuletzt der Ansiedlung einer ganzen Anzahl deutscher und österreichischer Unternehmen zu verdanken, darunter Siemens, Thyssenkrupp, Metro und Continental.

Vorstellung

Die rumänische Metropole, in der nach wie vor Straßenschilder in Deutsch und Rumänisch beschriftet sind, ist eingebettet in Siebenburgen, dem Land der Kleinbauern und Schafzüchter, die ihre Produkte seit Jahrhunderten nach den Gesetzen der Natur herstellen, sei es nun Gemüse oder Schafwolle.

Für Schaf-Wolle beispielsweise nach Deutschland erfolgt der Import zu einem sehr großen Teil aus dem weit entfernten Neuseeland oder Australien. Eigentlich ein wirtschaftliches und umwelttechnisches Unding, denn für Schaf-Wolle aus dem rumänischen Siebenbürgen muss zum einen kein Import in den europäischen Raum erfolgen, da Rumänien seit 2004 Mitglied der EU ist. Zum anderen beträgt etwa die Wegstrecke von Hermannstadt nach München gerade einmal 1230 Kilometer. Der Import mit einem Frachtschiff von Auckland nach Hamburg dauert über einen Monat, wobei das Schiff den halben Erdball umrundet und Unmengen an Schweröl verbrennt.

Auch qualitativ kann Schaf-Wolle aus Siebenbürgen mit dem Import aus Übersee locker mithalten. Natürlich werden alle Schafe lebend geschoren. Rohwolle wird in weiß, schwarz oder gemischt angeboten. Die Sortierung erfolgt bei der Rohware zusätzlich nach Faserlänge und Faserdurchmesser.

Rumänisches Merino roh: Faserlänge 60 – 100 mm, Durchmesser 22-30µ
Rumänische Wolle roh: Faserlänge 80 – 120 mm, Durchmesser 30-45µ

Gewaschene Wolle, weiß.

Rumänisches Merino gewaschen: Faserlänge 60 – 100 mm, Durchmesser 22-30µ
Rumänische Wolle gewaschen: Faserlänge 80 – 120 mm, Durchmesser 30-45µ

Rumänien ist nach Anzahl der Schafe aktuell das drittgrößte Zuchtland Europas, bezüglich der Bedingungen zur Tierhaltung kann wohl kein anders Land mithalten. In kaum einer anderen Gegend wie in Siebenbürgen gibt es noch so viel natürliches Weideland mit einer unglaublichen Vielfalt an Pflanzen. Die Schäfer durchstreifen mit ihren Herden eine Gegend, die fast unberührt scheint.

Produkte

Rumänische Schaf-Wolle beweist sich nicht nur durch ihre hohe Qualität und ihre Umweltverträglichkeit, sondern auch durch die fast beliebige Menge an roher oder gewaschener Schafswolle, die mit sehr kurzen und kurzfristigen Lieferzeiten zur Verfügung steht.

Gerade wieder zeigten sich die Vorteile von natürlichen Rohstoffen, so etwa bei der Problematik bei der Herstellung von Dämmstoffen aus geschäumtem Kunststoff. Bei der Herstellung von Dämmstoffen oder Bauisolationen aus Schafswolle muss nicht befürchtet werden, dass die Fassade des Hauses über Nacht zur Lagerstätte von Sondermüll wird, die teuer entsorgt werden muss. Dämmstoffe aus dem Naturprodukt Schafwolle sorgen nicht nur für einen perfekten Dämmwert, sie sind durch und durch nachhaltig, denn so unproblematisch wie die Verarbeitung, Anbringung und Herstellung von Dämmstoffen aus Schafswolle ist, so unproblematisch ist die Entsorgung. So etwa in der weiteren Verwendung als Bestandteil von Ökodünger oder einfach als biologischer Abfall, der den natürlichen Verrottungsprozessen unterliegt.

Schafe wurden bereits vor rund 10.000 Jahren vom Menschen domestiziert und sind seitdem verlässliche Lieferanten von Schafwolle, die zu Kleidung, Teppichen und anderen Haushaltswaren verarbeitet wurde. Auch heute noch besitzt Schafswolle hervorragende textile Eigenschaften. In Spinnereien und Webereien werden aus der Wolle von Schafen
Garne und Stoffe gefertigt, die wiederum die Grundlage für hervorragend wärmende Oberbekleidung wie Pullover, Schals, Handschuhe oder Mützen darstellt. Daneben zeigt sich die Schafswolle genauso gut geeignet für Bodenbeläge, Teppiche und Decken, die für warme Füße sorgen oder an kühlen Abenden behaglichen Komfort bieten. Dabei bleibt Schafswolle aus Rumänien immer ein Naturprodukt, dessen Herkunft sich jederzeit belegen lässt. Das zudem nicht über Tausende von Kilometern durch die Weltmeere transportiert wird, sondern quasi aus der europäischen Nachbarschaft stammt. Von Tieren, die in kleinen Herden in einer herrlichen Landschaft ihr Futter auf Weiden und Wiesen suchen, die weder überdüngt sind, noch nach Maßstäben der industriellen Agrarwirtschaft bearbeitet werden.

Schafswolle aus Siebenbürgen, das ist einfach ein Produkt „made by nature“.